© 2025 Lisa Widerek · Charme & Chaos · Ein Shutdown ist kein Drama. Er ist ein biologischer Reset. Warum ich Ende 2025 meine Kräfte schützen musste, weshalb Regulation wichtiger ist als Reaktion – und was das mit echter Stärke zu tun hat – das teile ich heute.
Leise sein heißt nicht aufgeben. Es heißt wählen.
Was ist passiert?
Ende 2025 bin ich leiser geworden.
Nicht, weil ich nichts mehr zu sagen hatte.
Sondern weil mein Nervensystem entschieden hat: Jetzt reicht es.
Es gibt diesen Punkt, an dem man merkt, dass man nicht mehr aus einem vollen Glas schöpft, sondern aus Restenergie. Und wenn man neurodivergent lebt – mit einem Nervensystem, das ohnehin schneller in Alarm gerät – dann ist dieser Punkt nicht dramatisch. Er ist biologisch.
Ich bin in einen Shutdown gegangen.
Nicht aus Resignation.
Nicht aus Schwäche.
Sondern aus Selbstschutz.
Und Selbstschutz ist kein Rückzug vom Leben.
Es ist eine Entscheidung für das Wesentliche.
Wenn Energie endlich ist
Viele sprechen über Erschöpfung, als wäre sie ein Gefühl.
Für mich ist sie ein Zustand.
Wenn mein System überlastet ist, fährt es herunter. Nicht halb. Nicht kontrolliert. Sondern radikal. Gespräche werden zu laut. Anforderungen zu viel. Selbst schöne Dinge können Druck erzeugen.
Ich funktioniere lange. Sehr lange sogar.
Und genau das ist das Problem.
Wer gut funktioniert, wird selten gefragt, wie viel es kostet.
Im Herbst habe ich gemerkt: Ich zahle gerade mit meiner Gesundheit. Mit meiner inneren Stabilität. Und mit meiner Fähigkeit, die Mutter zu sein, die ich sein möchte.
Also habe ich reduziert.
Nicht öffentlich erklärt.
Nicht dramatisiert.
Einfach priorisiert.
Priorität: Meine Kinder
Es gibt Momente im Leben, da wird alles andere nebensächlich.
Als ich meinen Geburtstag nicht mit meinen Kindern verbringen durfte, war das kein kleiner Stich. Es war ein tiefer Riss.
Aber mein Fokus lag nicht auf meinem eigenen Schmerz.
Mein Fokus lag auf ihnen.
Kinder spüren Spannungen. Sie hören Zwischentöne. Sie nehmen Stimmungen auf, selbst wenn man schweigt.
In einer Phase, in der ohnehin viel Unsicherheit im Raum stand, war für mich klar:
Ich muss stabil sein. Nicht laut. Nicht kämpferisch. Sondern reguliert.
Manchmal bedeutet Stärke nicht, etwas zurückzuschlagen.
Sondern nicht auf dieselbe Ebene zu gehen.
Ich hätte mich in Empörung verlieren können. In Gerechtigkeitsgedanken. In Wut.
Aber Kinder brauchen keine eskalierenden Erwachsenen.
Sie brauchen Orientierung.
Und Orientierung entsteht nicht durch Lautstärke.
Sondern durch Haltung.
Wenn viele Stimmen laut werden
Es ist eine besondere Form der Belastung, wenn man das Gefühl hat, dass Narrative entstehen, die nicht der eigenen Wahrheit entsprechen.
Missverständnisse. Halbwahrheiten. Verzerrungen.
Und manchmal auch bewusste Umdeutungen.
Das alles kostet Energie.
Und Energie war genau das, was ich nicht mehr verschwenden durfte.
Ich habe gelernt:
Nicht jede Ungerechtigkeit muss sofort beantwortet werden.
Nicht jede Behauptung braucht eine emotionale Reaktion.
Manchmal ist es klüger, die eigene Integrität nicht im Kampf zu beweisen, sondern im Verhalten.
Ich glaube nicht daran, dass man Menschen „besiegen“ muss.
Ich glaube daran, dass sich langfristig zeigt, wer konsequent bleibt – und wer nicht.
Nicht aus Rache.
Sondern aus Dynamik.
Handlungen tragen Konsequenzen. Immer.
Auch wenn sie zeitverzögert kommen.
Warum ich mich zurückgezogen habe
Ein Shutdown ist kein Drama.
Er ist ein biologischer Reset.
Mein System war überlastet durch:
- emotionale Daueranspannung
- organisatorische Anforderungen
- zwischenmenschliche Spannungen
- Verantwortung ohne echte Pausen
Wenn ich an diesem Punkt weitergemacht hätte wie zuvor, wäre ich nicht stärker gewesen.
Ich wäre zerfallen.
Und ich habe entschieden, dass Zerfallen keine Option ist.
Nicht für mich.
Und schon gar nicht für meine Kinder.
Also habe ich:
- soziale Kontakte reduziert
- öffentliche Präsenz verringert
- Diskussionen nicht geführt
- Energie konsequent kanalisiert
Was blieb, waren die Prioritäten.
Leise arbeiten statt laut reagieren
Ich habe 2025 nicht aufgegeben.
Ich habe sortiert.
Manche Prozesse laufen im Hintergrund.
Manche Gespräche müssen nicht öffentlich stattfinden.
Manche Entwicklungen brauchen Stille.
Ich bin niemand, der auf Provokation mit Provokation antwortet.
Nicht mehr.
Das bedeutet nicht, dass ich alles akzeptiere.
Es bedeutet nur, dass ich mir meine Energie bewusst einteile.
Würde entsteht nicht durch Gegenschläge.
Sondern durch Selbstkontrolle.
Was ich gelernt habe
Ich habe gelernt, dass Regulation wichtiger ist als Reaktion.
Dass Kinder nicht davon profitieren, wenn Erwachsene ihre Konflikte eskalieren.
Dass Integrität nicht in Social-Media-Statements entsteht, sondern im Alltag.
Und dass mein Nervensystem kein Feind ist – sondern ein Frühwarnsystem.
Shutdown bedeutet nicht: Ich kann nicht mehr.
Shutdown bedeutet: Ich höre jetzt zu.
Und jetzt?
Ich bin wieder da.
Nicht vollständig aufgedreht.
Nicht mit maximaler Präsenz.
Aber bewusst.
Ich werde weiterhin schreiben.
Weiterhin reflektieren.
Weiterhin meine Perspektive teilen.
Aber ich werde meine Kräfte schützen.
Ich muss niemandem beweisen, dass ich durchhalte.
Ich muss nur mir selbst treu bleiben.
Und meinen Kindern ein stabiles Gegenüber sein.
Alles andere regelt sich – nicht durch Wut.
Sondern durch Konsequenz.
Herzlichst,
FliWi
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