© 2025 Lisa Widerek · Über das unsichtbare Erschöpftsein neurodivergenter Menschen
Ich war nicht ruhig. Ich war erschöpft.
Auf Familiengeburtstagen saß ich oft still am Rand. Die anderen redeten, lachten, schnitten Kuchen, während ich mein Handy in der Hand hielt und scheinbar endlos scrollte. Für Außenstehende war ich „die Ruhige“ – oder, wie mein damaliger Mann sagte, „handysüchtig“. Aber ich war nicht süchtig. Ich war erschöpft.
Mein Kopf raste, innerlich tobte ein Sturm aus Gedanken, Geräuschen, Erwartungen. Und gleichzeitig war mein Körper wie betäubt. Ich hatte nicht die Kraft, aufzustehen, mich einzumischen, Gespräche zu führen oder gar jemanden anzurufen. Das Handy war kein Spielzeug – es war mein letzter Rettungsring. Ein Bildschirm, auf den ich starren konnte, um meine Maske nicht fallen zu lassen.
Ich schämte mich dafür. Schämte mich, weil ich glaubte, ich müsse „funktionieren“, mich unterhalten, präsent sein. Schämte mich, weil ich das Bild der „braven Tochter“ und „aufmerksamen Frau“ erfüllen wollte, während mein Nervensystem längst im Ausnahmezustand war. Von außen sah es aus wie Zurückhaltung. In mir war es Masking – der Versuch, unauffällig zu bleiben, um nicht zu zerbrechen.
Noch heute trage ich diese Maske, wenn ich das Haus verlasse. Die Haltung, das Lächeln, das „Alles gut“-Nicken. Nur mein Lieblingsmensch kennt mich ohne sie – den Teil, der müde ist, reizoffen, verletzlich. Lange dachte ich, diese Fassade sei „mein Charakter“. Heute weiß ich: Es war ein Schutzschild.
Was ist Masking?
Masking klingt harmlos – fast so, als ginge es um ein bisschen soziale Anpassung. In Wahrheit ist es ein psychologisches Kunststück: das ständige Spielen einer Rolle, um in einer Welt zu überleben, die anders tickt als man selbst.
Bei Autismus, ADHS oder PDA ist Masking oft kein bewusster Entschluss, sondern ein Reflex. Es bedeutet, die eigenen natürlichen Reaktionen zu verstecken, weil sie in der Vergangenheit Missverständnis, Ablehnung oder Scham ausgelöst haben. Nicht laut lachen, nicht zu ehrlich sein, Blickkontakt halten, obwohl es unangenehm ist, lächeln, wenn man innerlich überfordert ist.
Ich habe schon als Kind gelernt, mich zu beobachten, statt einfach zu sein. Ich merkte früh, dass andere irritiert waren, wenn ich direkt, still oder zu emotional war. Also habe ich begonnen, sie zu studieren: ihre Gesten, ihr Lachen, ihre Pausen. Ich habe gelernt, wann man „richtig“ lacht, wann man nickt, wie man das Gesicht ruhig hält, wenn man am liebsten weinen würde. Masking ist ein ständiges Scannen der Umgebung – und ein gleichzeitiges Löschen der eigenen Spontanität.
Manchmal fühlt es sich an wie ein Schauspiel, das man so gut beherrscht, dass man selbst nicht mehr merkt, wann es angefangen hat. Und irgendwann weiß man nicht mehr, wer man ist, wenn niemand zusieht.
Fachlich spricht man auch von Camouflaging (Hull et al., 2017). Studien zeigen, dass neurodivergente Menschen – besonders Frauen und solche mit PDA-Profil – ihre Eigenheiten oft jahrzehntelang verbergen. Nicht, um zu täuschen, sondern um zu überleben. In einer Gesellschaft, die „Angepasstheit“ mit Reife verwechselt, wird Masking leicht belohnt. Man bekommt Lob: „Du bist so pflegeleicht“, „Du machst das super“, „Man merkt dir gar nichts an!“ – Sätze, die von außen Komplimente klingen, innen aber wie kleine Nadelstiche sind.
Denn was sie wirklich bedeuten, ist: „Bleib bitte so, wie du dich nicht fühlst.“
Warum wir maskieren
Wir maskieren nicht, weil wir schauspielern wollen. Wir maskieren, weil wir gelernt haben, dass unsere Echtheit andere irritiert. Ein Gesicht, das zu still ist, wird als „böse“ gelesen. Ein Ausdruck, der nicht lächelt, wird als „traurig“ bewertet. Und irgendwann fängt man an, sein Gesicht zu formen, damit sich das Gegenüber wohler fühlt.
Ich habe das jahrelang getan. Mein Gesicht ist von Natur aus eher neutral, meine Mimik oft sparsam – besonders, wenn ich konzentriert oder müde bin. Innerlich konnte ich Freude empfinden, während mein Gesicht für andere „gelangweilt“ oder „kalt“ wirkte. Und so hörte ich von klein auf Sätze wie: „Guck nicht so böse“, „Jetzt lach doch mal“, „Sei nicht so traurig.“
Diese Kommentare sind nicht böse gemeint. Aber sie sind Botschaften: „So wie du bist, bist du falsch. Pass dich an.“ Und genau das tut ein neurodivergentes Kind dann. Es lernt, seinen Gesichtsausdruck zu kontrollieren wie eine Maske. Es lächelt, wenn es gar nicht lächeln will. Es macht große Augen, um „freundlicher“ zu wirken. Es dämpft seine Freude, damit niemand denkt, man sei überdreht.
Das ist Masking. Nicht nur Verhalten – auch Mimik. Nicht nur Reden – auch Schweigen. Ein permanentes Austarieren, wie viel von mir gerade „zumutbar“ ist.
Mein erster Schritt zur Demaskierung kam in einem Moment völliger Erschöpfung. Ich war am Rand eines Burnouts und sagte zu jemandem, der mir wieder „Jetzt lach doch mal“ entgegnete:
„Nur damit du dich wohler fühlst, werde ich einen Scheiß tun und jetzt lachen. Mir ist gerade zum Heulen. Und Menschen wie du sorgen dafür, dass mir zum Heulen zumute ist.“
Es war kein geplanter Satz, sondern ein Bruch in der Maske. Aber er war befreiend. Zum ersten Mal sagte ich laut, was ich sonst nur dachte: dass meine Mimik nicht für andere da ist. Dass meine Gefühle nicht weniger echt sind, weil sie nicht dem Erwarteten entsprechen.
Masking beginnt oft dort, wo Gefühle abgesprochen werden. Und Demaskierung beginnt dort, wo man zum ersten Mal sagt: „Ich mache mich nicht mehr kleiner, damit du dich größer fühlst.“
Die Kosten des Maskierens
Masking sieht nach Anpassung aus – und wird oft sogar gelobt.
„Du wirkst so souverän.“
„Man merkt dir gar nichts an.“
„Du bist immer so stark.“
Doch hinter diesen Komplimenten steckt ein hoher Preis.
Denn wer ständig eine Rolle spielt, verliert irgendwann das Gefühl, wer er ohne sie ist.
Ich habe Jahre meines Lebens damit verbracht, zu funktionieren. Ich wusste genau, wie ich wirken musste – ruhig, höflich, leistungsfähig. Und wenn ich abends endlich allein war, fiel alles ab. Mein Gesicht, meine Stimme, mein ganzes System. Ich lag da, leer und überreizt, unfähig, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen.
Das ist keine Faulheit. Das ist Maskenerschöpfung.
Forschungen zeigen, dass dauerhaftes Masking körperlich messbaren Stress auslöst. Die Amygdala bleibt aktiv, der Cortisolspiegel steigt, das Nervensystem schaltet kaum noch in den Ruhemodus. Besonders autistische und ADHS-betroffene Frauen beschreiben nach Jahren des Maskierens Symptome wie Migräne, Muskelschmerzen, Magenprobleme oder Schlafstörungen (Hull et al., 2020). Manche entwickeln depressive Episoden oder Panikattacken – nicht, weil sie „nicht belastbar“ sind, sondern weil sie zu lange belastet waren.
Das Tragischste: Man wird oft für die eigene Anpassung bewundert.
Während man innerlich zerfällt, sagen andere: „Du machst das so gut.“
Niemand sieht, dass jede soziale Situation wie ein Marathon ist – nur ohne Ziel und ohne Medaille.
Ich erinnere mich an eine Phase, in der ich scheinbar alles im Griff hatte: Kinder, Arbeit, Haushalt, Termine. Von außen: perfekt. Von innen: völlige Überforderung. Ich scannte ständig mein Umfeld, um richtig zu reagieren. Ich dachte permanent darüber nach, ob ich zu laut, zu direkt, zu still war. Mein Körper lief im Dauer-Alarm, mein Geist im Selbstüberwachungsmodus.
Masking kostet Identität. Es trennt dich von deinem Inneren, weil du lernst, dich durch die Augen anderer zu sehen. Und irgendwann fragst du dich:
„Wer bin ich eigentlich, wenn niemand zuguckt?“
Das ist kein poetischer Gedanke – das ist ein Symptom. Die Forschung nennt es Identitätsdiffusion: das Schwinden des eigenen Selbstbildes durch permanente Anpassung.
Ich nenne es einfach: mich verlieren.
Warum Frauen so spät diagnostiziert werden
Ich war nie die ruhige, brave Schülerin, die alles ordentlich machte.
Ich war das Goldlöckchen mit eigenem Kopf – süß, ja, aber auch eigensinnig, widerspenstig, und schnell überfordert, wenn jemand zu viel von mir wollte.
Ich hatte schon als Kind diese Mischung aus Neugier, Witz und Widerstand. Wenn man mich drängen wollte, machte ich dicht. Wenn man mich kontrollieren wollte, suchte ich mir Umwege.
Was ich heute als PDA (Pathological Demand Avoidance) erkenne, galt damals einfach als Trotz.
Das eigentliche Maskieren begann erst später – nicht als Kind, sondern als Ehefrau.
Mit der Heirat kam der Druck, perfekt zu sein.
Ich wollte funktionieren. Für alle.
Ich war plötzlich das Zuckerstück – die Frau, die kochte, backte, dekorierte, plante. Die lächelte, auch wenn sie innerlich zerfiel. Die Konflikte glättete, weil Streit sie lähmte.
Ich wurde zur Vorzeige-Frau, zur perfekten Mutter, die alles richtig machen wollte. Und jedes Mal, wenn ich aus der Rolle fiel – wenn meine Impulsivität durchbrach, wenn ich weinte, wütend war oder einfach nicht mehr konnte – kam die Scham.
Also wurde die Maske fester.
Das war kein bewusster Entschluss. Es war ein Reflex: Wenn ich schon anders bin, muss ich wenigstens liebenswert anders sein.
Ich glaube, viele neurodivergente Frauen kennen diesen Mechanismus.
Wir lernen, Erwartungen zu erfüllen, bevor sie ausgesprochen sind. Wir spüren die Stimmung im Raum und reagieren instinktiv darauf. Wir lächeln, wenn wir traurig sind. Wir entschuldigen uns, bevor uns jemand kritisiert.
Wir sind meisterhaft darin, uns unsichtbar zu machen, um akzeptiert zu bleiben.
Das Problem: Fachpersonen, Familie, Partner – sie sehen die Fassade, nicht die Erschöpfung.
Diagnosesysteme sind noch immer auf männliche Symptome ausgerichtet (Gould & Ashton-Smith, 2011; Lai et al., 2015).
Mädchen und Frauen, die sozial angepasst erscheinen, werden seltener untersucht.
Ihre Wut wird als Stimmungsschwankung, ihre Reizoffenheit als Empfindlichkeit, ihre Erschöpfung als Faulheit gedeutet.
Ich habe lange gebraucht, um zu erkennen, dass mein Funktionieren kein Zeichen von Stärke war.
Es war Überleben in High Heels.
Und jedes Kompliment – „Wie schaffst du das alles?“ – war, rückblickend, wie ein Dolchstoß in meine Wahrheit.
Ich schaffte es nicht. Ich hielt nur durch.
Wie man Masking erkennt – und wann es bricht
„Guck nicht so böse.“
„Jetzt lach doch mal.“
„Warum bist du so still?“
Diese Sätze haben sich in mein Nervensystem eingebrannt.
Ich glaube, sie sind einer der deutlichsten Beweise dafür, wie tief Masking in unserer Gesellschaft verankert ist.
Menschen halten Stille, Neutralität oder Nachdenklichkeit kaum aus – schon gar nicht im Gesicht einer Frau.
Also habe ich früh gelernt, mein Gesicht zu zähmen.
Ich lächle, damit sich andere wohlfühlen. Ich lache, um Spannung zu lösen, die gar nicht meine ist. Ich nicke, um Zugehörigkeit zu signalisieren, selbst wenn in mir alles „nein“ schreit.
Masking ist tückisch, weil es sich anfühlt wie Normalität.
Wenn man jahrelang gelernt hat, auf Reaktionen anderer zu achten, wird Selbstbeobachtung zum Dauerzustand.
Man denkt nicht mehr: „Wie fühle ich mich?“
Sondern: „Wie wirke ich?“
Ich habe mich früher oft dabei ertappt, wie ich Gespräche innerlich vorgeplant habe – inklusive Lächeln, Pausen und den „richtigen“ Reaktionen. Das nennt man in der Fachsprache Scripted Speech: Sätze, die man wie Textbausteine abrufen kann, um sozial sicher zu wirken. Ich hatte ein ganzes Arsenal davon – für Smalltalk, für Konflikte, sogar für Arzttermine.
Diese Strategien wirken souverän, aber sie kosten unfassbar viel Energie.
Und dann ist da das Muster, das viele neurodivergente Menschen kennen: Funktionieren – Zusammenbrechen.
Tagsüber perfekt angepasst, abends leer. In der Öffentlichkeit kontrolliert, zu Hause Reizüberflutung, Tränen, Rückzug.
Ich nenne das den Masking-Crash. Es ist kein Scheitern, sondern das logische Ende eines Tages, an dem man zu viel unterdrückt hat.
Manchmal merke ich das erst, wenn mein Körper reagiert: Herzklopfen, Kopfdruck, Zähnepressen.
Oder wenn ich bei einer simplen Frage – „Was willst du essen?“ – plötzlich gereizt reagiere.
Das ist kein Trotz. Das ist mein PDA-Anteil, der auf Kontrollverlust anspringt.
„Ich will, aber ich kann nicht.“
Der Kopf weiß, was richtig wäre. Der Körper sagt: „Zu viel.“
Masking und PDA sind eng verwoben – beide entstehen aus einem Nervensystem, das zu lange in Alarm war.
Viele Betroffene erkennen sich erst, wenn sie diese Schleifen beobachten:
das ständige Scannen, das vorsichtige Lächeln, das Bedürfnis, „richtig“ zu antworten, um niemanden zu irritieren.
Was kaum jemand weiß: Dieses Lächeln hat einen Preis.
Ich habe buchstäblich gelernt, meinen Kiefer zu verstellen.
Nächte, in denen ich die Zähne so fest aufeinanderpresse, dass mir morgens der ganze Schädel wehtut.
Tage, an denen ich Muskelkater in der Kiefermuskulatur habe – nicht vom Sprechen oder Essen, sondern vom Dauerlächeln.
Das „soziale Gesicht“ war bei mir wortwörtlich Muskelarbeit.
Und irgendwann hat mein Körper protestiert: Spannungskopfschmerzen, Gesichtsschmerz, Nacken wie Beton. Ich habe mich selbst festgebissen – im Versuch, angenehm zu sein.
Heute weiß ich, dass das kein persönlicher Spleen war, sondern ein klassisches Zeichen von chronischem Masking.
Studien (z. B. Brewer et al., 2016) belegen, dass autistische Frauen besonders häufig ihre Mimik anpassen, um sozial akzeptabel zu wirken. In der Psychologie spricht man von facial masking oder emotional labor – der dauerhaften Anstrengung, Emotionen zu zeigen, die gar nicht da sind.
Aber das System hat Risse bekommen.
Ich erinnere mich an einen Moment, an dem mir wieder jemand sagte, ich solle nicht so traurig gucken – ich würde die Stimmung verderben.
Und diesmal habe ich einfach nur ruhig geantwortet:
„Vielleicht solltest du dich fragen, warum dich mein Gesicht so stört.“
Keine Wut, kein Drama. Nur Klarheit.
Es war der Moment, in dem ich begriffen habe: Ich bin nicht dazu da, anderen das Gefühl zu geben, dass alles in Ordnung ist.
Diese Erkenntnis war ein Wendepunkt.
Ich musste mir erlauben, neutral zu sein – oder sogar unfreundlich zu wirken.
Denn wer ein Lächeln verlangt, obwohl mir nicht danach ist, fordert in Wahrheit nicht Freundlichkeit, sondern Kontrolle.
Heute weiß ich: Wer meine Ruhe, meine Ernsthaftigkeit oder mein Schweigen nicht aushält, reagiert nicht auf mich. Er reagiert auf sein eigenes Unbehagen.
Was hilft beim Enttarnen
Masking löst sich nicht mit einem Entschluss – es bröckelt, Schicht für Schicht.
Ich musste erst lernen, dass „ich selbst sein“ kein einmaliger Akt ist, sondern eine tägliche Entscheidung. Eine, die Mut braucht – und Nachsicht. Denn jedes Mal, wenn ich ein Stück Maske ablege, zeigt sich nicht nur Echtheit, sondern auch alte Angst: die Furcht, wieder abgelehnt zu werden.
Was hilft, ist Achtsamkeit für die kleinen Momente, in denen ich mich selbst verrate.
Wenn ich sage „alles gut“, obwohl mir die Kehle brennt.
Wenn ich nicke, obwohl ich widersprechen will.
Wenn ich lache, obwohl ich mich leer fühle.
Heute halte ich kurz inne, spüre hin und frage mich: „Mache ich das gerade, weil ich will – oder weil ich denke, dass ich muss?“
Diese Frage verändert alles.
Ich habe angefangen, Masking rückwärts zu lernen – nicht, indem ich sofort alles fallen ließ, sondern indem ich prüfte, was ich halten möchte.
Ich habe mir Menschen gesucht, bei denen ich echt sein darf – roh, laut, still, überfordert. Menschen, die nicht „mehr“ von mir wollen, sondern mich mehr sein lassen.
Und ich habe begonnen, mein Nervensystem ernst zu nehmen.
Ich achte auf Reizpausen, plane Rückzug bewusst ein, trage Noise-Cancelling-Kopfhörer, sage „Nein“ ohne Begründung.
Das ist keine Bequemlichkeit. Das ist Heilung.
Demaskierung bedeutet nicht, alle Schutzmechanismen aufzugeben.
Es bedeutet, sie bewusst einzusetzen – aus Selbstschutz, nicht aus Selbstverleugnung.
Fazit: Echtheit ist kein Luxus
Ich war nie zu sensibel. Ich war zu gut im Tarnen.
Und ich will nicht länger funktionieren, wenn ich doch einfach sein darf.
Masking war meine Überlebensstrategie – intelligent, wirksam, über Jahre erfolgreich.
Aber es hat mich gleichzeitig erstickt.
Ich habe mich in Rollen verbogen, die nie zu mir gehörten, und mich gewundert, warum ich innerlich verschwinde.
Heute weiß ich: Mein Wert hängt nicht davon ab, wie angenehm ich wirke.
Ich darf leise sein, ohne kalt zu sein. Direkt, ohne unhöflich zu sein. Erschöpft, ohne schwach zu sein.
Jeder kleine Moment, in dem ich echt bin, ist ein Sieg über alte Muster.
Und jedes ehrliche „Ich kann gerade nicht“ ist eine Liebeserklärung an mich selbst.
Ich lerne noch. Jeden Tag.
Aber zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, dass ich atme, ohne mich zu verstellen.
Und das ist es, was Freiheit wirklich bedeutet.
👉 Kennst du das auch – dieses Gefühl, funktionieren zu müssen, um dazuzugehören?
Erzähl mir in den Kommentaren, welche Masken du schon fallen gelassen hast – und welche du vielleicht noch brauchst, um dich sicher zu fühlen.
Herzlich,
FliWi
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