© 2025 Lisa Widerek • Manche Begegnungen fühlen sich sofort richtig an – tief, vertraut, unaussprechlich stimmig. Dieser Beitrag erzählt von einem Phänomen, das viele autistische Menschen kennen: dem Autdar – einer Art intuitivem Radar, mit dem sie einander erkennen, oft ohne Worte. Was dahintersteckt, wie sich solche Verbindungen anfühlen und warum sie so besonders sind, erfährst du hier – persönlich, ehrlich und mit viel Feingefühl.
Verbindung auf Frequenzebene
Manchmal begegnen wir einem Menschen – und wissen einfach. Noch bevor ein Wort gefallen ist. Noch bevor wir herausgefunden haben, was uns verbindet. Etwas in uns sagt: Dieser Mensch ist wie ich.
Ich erinnere mich genau an so eine Begegnung. Es war kein lauter Moment. Kein erkennbarer Schlüsselreiz. Aber mein ganzes System war auf einmal ruhig. Präsenter. Wahrnehmender. Als hätte mein inneres Radar angeschlagen – dieser Mensch war mir vertraut, obwohl ich ihn kaum kannte.
Manche autistische Menschen besitzen einen besonders feinen inneren Radar für andere Neurodivergente – einen sogenannten „Autdar“.
Diese Fähigkeit lässt sich nicht an Mimik, Diagnosen oder Selbstaussagen festmachen – sie passiert auf einer tieferen Ebene: im Nervensystem, in der Körpersprache, im Tempo. Sie ist nicht zwingend sichtbar – aber oft spürbar.
In manchen Fällen genügt ein einziger Moment, ein Blick, ein Raumgefühl – und das Wissen ist da: Dieser Mensch ist wie ich.
Vielleicht nicht exakt gleich. Aber auf derselben Frequenz. In einer Welt, die uns oft wie Störsender erscheint, fühlt sich so eine Begegnung an wie Klarheit. Wie Heimat.
Ich habe das erlebt. Bei einem Menschen, der mir sehr nahe steht – meinem Lieblingsmenschen.
Und bis heute kann ich nicht genau erklären, was ich gespürt habe. Nur dass es echt war. Und dass es selten ist.
Vielleicht geht es dir ähnlich. Vielleicht hast du es auch schon gespürt – ohne zu wissen, wie du es nennen sollst.
Was ist eigentlich der „Autdar“?
Der Begriff Autdar setzt sich – ähnlich wie der bekanntere Gaydar – aus zwei Worten zusammen: Autism und Radar. Ursprünglich als scherzhafte Bezeichnung gedacht, beschreibt er etwas, das viele autistische Menschen sehr ernsthaft erleben: das intuitive Erkennen anderer Autist:innen. Ohne formelle Diagnose, ohne erklärbare Hinweise, einfach als tiefes, körpereigenes Wissen: „Du bist wie ich.“
Dabei geht es nicht um Schubladen oder Etiketten. Auch nicht um eine „magische Fähigkeit“, die man hat oder nicht. Vielmehr ist der Autdar eine Form der feinen, oft körperbasierten Wahrnehmung, wie sie viele neurodivergente Menschen besitzen – insbesondere solche, deren Nervensystem ständig auf Empfang steht.
Ob es sich dabei um eine besonders ausgeprägte Beobachtungsgabe, ein neuronales Mitschwingen oder unbewusste Mustererkennung handelt, ist wissenschaftlich bisher kaum erforscht. Mögliche Erklärungsansätze reichen von Spiegelneuronensystemen über feinste Reizverarbeitung bis hin zu Erfahrungsschablonen, die uns blitzschnell ähnliche Körpersprachen, Energiemuster oder Ausdrucksweisen erkennen lassen.
Auch soziale Resonanz spielt eine Rolle: Wer selbst viele Erfahrungen mit Missverstanden-Werden gemacht hat, nimmt nonverbale Signale anders wahr – achtsamer, vorsichtiger, tiefer.
Wichtig ist: Der Autdar funktioniert nicht bei allen gleich. Nicht jede autistische Person erlebt ihn, nicht jedes Gefühl ist „treffsicher“. Und trotzdem berichten viele: „Ich habe da jemanden gesehen – und sofort gespürt, dass da was ist.“
Diese Begegnungen sind oft nicht erklärbar – aber sie hinterlassen ein Gefühl von Nähe, Verständnis und Zugehörigkeit, das sonst schwer zu finden ist. Und allein deshalb lohnt es sich, darüber zu sprechen.
Wie autistische Wahrnehmung funktioniert
Autistische Menschen nehmen anders wahr. Nicht schlechter. Nicht besser. Einfach anders – tiefer, detaillierter, vernetzter. Während neurotypische Wahrnehmung oft filtert, sortiert und kategorisiert, lässt autistische Wahrnehmung viele dieser Filter weg – und nimmt die Welt so, wie sie ist: roh, ungefiltert, vielschichtig.
Das bedeutet nicht, dass wir immer alles bewusst registrieren. Im Gegenteil – vieles passiert unterhalb der bewussten Ebene. Doch unser Nervensystem ist wach. Es scannt: Tonlagen, Sprechpausen, Körperspannung, Augenbewegungen, sogar das Raumklima zwischen Menschen. Nicht in Form einer übermenschlichen Superkraft – sondern als oft überfordernde Reizoffenheit, die manchmal zum Geschenk wird.
In diesem Zusammenhang könnte das Phänomen Autdar verstanden werden. Nicht als „sechster Sinn“, sondern als Ergebnis extrem feiner Mustererkennung. Unsere Systeme sind oft darauf trainiert, sich anzupassen, um nicht negativ aufzufallen – dadurch entwickeln viele autistische Menschen eine unfassbar präzise Beobachtungsgabe. Nicht, weil wir unbedingt wollen – sondern weil wir müssen.
Diese Art der Wahrnehmung wird manchmal als sensorische Intuition beschrieben – eine Art Körperintelligenz, die nicht mit klassischer kognitiver Empathie verwechselt werden darf. Während kognitive Empathie beschreibt, was jemand denkt oder fühlt („Ich verstehe deine Perspektive“), meint sensorische Intuition eher: „Ich spüre, dass hier etwas ist.“ – und das oft, bevor Worte überhaupt fallen.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass manche von uns sich gegenseitig sofort erkennen – ohne Gespräch, ohne Information. Es reicht ein Blick. Eine Haltung. Eine Pause zu viel oder zu wenig. Und etwas im Inneren sagt: Du funktionierst wie ich.
Diese Wahrnehmung ist schwer zu erklären – aber sie ist real. Und für viele neurodivergente Menschen ein seltenes, tief verbindendes Erleben in einer oft unübersichtlichen Welt.
Warum Autist:innen andere Autist:innen oft schneller erkennen als Fachleute
Es gibt Momente, da braucht es keine Diagnose, kein Gespräch, keinen Test – nur einen Blick, ein Gefühl, ein Erkennen. Viele Autist:innen berichten davon, andere Autist:innen in wenigen Minuten, manchmal sogar Sekunden, als „gleichartig“ zu empfinden. Und das oft treffsicherer als Fachleute mit Fragebögen, Checklisten und Diagnoseschemata.
Woran liegt das?
Ein Grund liegt in der gemeinsamen Erlebenswelt. Wer selbst schon in Reizüberflutung versunken ist, wer weiß, wie sich Masking anfühlt, wie anstrengend Smalltalk sein kann, erkennt selbst minimale Hinweise: der leicht verspannte Kiefer, der Blick zur Seite beim Sprechen, die feine Pause vor einer Antwort. Dinge, die für Fachleute wie „Schüchternheit“ oder „Introversion“ wirken, erzählen autistischen Menschen ganze Geschichten – weil sie diese Sprache körperlich verstehen.
Zudem erkennen viele Autist:innen einander jenseits der Maske. Denn sie wissen aus eigener Erfahrung, wie sehr man gelernt hat, sich anzupassen. Die Mimik zu kontrollieren. Den Tonfall zu glätten. Die Hände ruhig zu halten. Und gerade deshalb spüren sie, wenn hinter der Fassade ein System arbeitet, das ähnlich funktioniert wie ihr eigenes.
Fachleute bewerten oft Verhalten – Autist:innen erkennen das Innenleben hinter dem Verhalten.
Dieses intuitive Erkennen kann tief berühren. Denn in einer Welt, in der man sich ständig erklären muss, ist es ein Geschenk, einfach verstanden zu werden – ganz ohne Worte.
Camouflaging: Wenn Autismus durchsickert, obwohl man ihn versteckt
Viele autistische Menschen lernen früh, sich anzupassen. Zu beobachten, zu imitieren, sich zurückzunehmen. Dieses bewusste oder unbewusste Verbergen autistischer Merkmale wird als Camouflaging bezeichnet – ein Schutzmechanismus, um in einer neurotypischen Welt zu bestehen.
Ich habe das selbst jahrelang gemacht. Ohne es zu merken. Ich war freundlich, aufmerksam, leistungsbereit. Ich wusste, wie man sich verhält. Aber drinnen war ich oft erschöpft, überfordert, zerrissen.
Camouflaging bedeutet nicht, dass der Autismus weg ist. Er wird nur überlagert. Von Strategien. Von Erwartung. Von Angst, falsch zu sein. Und genau deshalb ist es so schwer, Autist:innen von außen zu erkennen – besonders für Fachleute, die nur auf „klassische“ Symptome achten.
Aber andere Neurodivergente? Die spüren oft, was darunter liegt. Sie merken, wenn jemand perfekt angepasst ist, aber nicht echt wirkt. Sie registrieren kleine Verzögerungen, unterschwellige Körperspannung, einen leicht abweichenden Tonfall. Nicht, weil sie urteilen – sondern weil sie es kennen.
Der Autdar funktioniert manchmal gerade trotz der Maske. Oder besser gesagt: er erkennt die Maske – und den Menschen dahinter.
Und das ist vielleicht seine größte Kraft:
Nicht der Beweis für Autismus.
Sondern das leise Wissen:
Du versteckst dich. So wie ich.
Und plötzlich ist da Verbindung – auch wenn alles außen ruhig bleibt.
Warum ich genau deshalb in die Diagnostik und Begleitung gehen möchte
Vielleicht ist es genau dieses feine Spüren, dieses stille Erkennen, das mich heute antreibt. Ich habe so oft erlebt, wie entlastend es ist, wenn man sich plötzlich nicht mehr erklären muss. Wenn jemand merkt, statt fragt. Wenn jemand nicht analysiert, sondern fühlt: Du bist wie ich. Und ich nehme dich wahr.
Genau deshalb möchte ich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie machen – und mich auf die Erwachsenendiagnostik im Autismus- und ADHS-Bereich spezialisieren. Nicht, weil ich glaube, ich könne alles besser. Sondern, weil ich weiß, wie viel besser es sein könnte, wenn man endlich die Richtigen erkennt. Wenn man nicht nur auf das Verhalten schaut, sondern auf das Erleben dahinter.
Mein Neurologe hält das für größenwahnsinnig. Er meinte wörtlich: „Kein Mensch zahlt privat für eine Diagnose, und kein Arzt setzt seinen Stempel auf das, was Sie da sehen.“ Außerdem hätte ich mit meinen „Lebensumwegen“ ohnehin keine realistische Chance, in diesem Bereich Fuß zu fassen. Als wäre Erfahrung weniger wert als ein gerader Lebenslauf. Als wäre Leidenschaft keine Qualifikation.
Aber ich glaube: Das ist Quatsch.
Ich glaube, es braucht mehr von uns. Mehr Menschen, die das System kennen – nicht nur von außen, sondern von innen. Die sich selbst wiedererkannt haben – und nun andere erkennen wollen. Ich glaube, es braucht genau solche Wege. Und ich will diesen Weg gehen.
Vielleicht liest das hier ja jemand, der schon weiter ist. Der Tipps hat, Kontakte, Ideen. Oder der einfach nur sagt: „Mach weiter. Ich glaub an dich.“
Dann würde ich mich riesig über eine Nachricht freuen. 🖤
Mein Lieblingsmensch, mein Gefühl & der Moment der Wiedererkennung
Ich erinnere mich genau an den Moment, als ich ihn das erste Mal sah. Kein Smalltalk. Kein Geständnis. Kein Hinweis auf irgendetwas „Offizielles“. Nur ein kurzer Blick. Und ein Gefühl, das durch mein ganzes System rauschte: Er ist wie ich.
Ich wusste es einfach. Ohne Worte. Ohne Vorgeschichte. Ohne die üblichen Anzeichen, an denen sich andere orientieren. Es war dieses leise, körperliche Wissen, das nicht aus dem Verstand kam – sondern aus dem Innersten. Als würden unsere Nervensysteme auf derselben Frequenz funken.
Und nein, das ist kein romantisiertes Wunschdenken. Ich spüre es auch in anderen Momenten. Ich merke, wenn Menschen „neurotypisch riechen“ – nicht buchstäblich, aber sinnbildlich. Wenn Gespräche sich glatt anfühlen, aber etwas in mir auf Abstand geht. Wenn jemand gut analysiert, aber nicht mitschwingt. Wenn Nähe über Sprache erzeugt wird – statt über Raumgefühl.
Gerade in Kontexten, in denen es um Verstehen, Helfen oder Einschätzen geht, fehlt mir diese Resonanz oft. Ich fühle mich dann beobachtet, aber nicht wirklich gesehen. Kategorisiert, aber nicht verstanden.
Aber bei meinem Lieblingsmenschen war es anders. Da war sofort etwas da – kein Druck, keine Erwartung, kein Rätselraten. Nur dieses gemeinsame Dasein. Ohne Masken. Ohne Erklärungen.
Und genau das war das stärkste Erkennen, das ich je erlebt habe.
Gefahr von Fehleinschätzungen & Projektion
So wertvoll der Autdar sein kann – er ist kein Beweis. Kein Diagnosetool. Kein Etikett, das wir anderen einfach so überstülpen dürfen. Auch wenn das Gefühl manchmal intensiv ist, fast körperlich, bleibt es subjektiv. Und Subjektivität kann trügen.
Gerade wenn man selbst neurodivergent ist und lange nach Zugehörigkeit gesucht hat, entsteht schnell der Wunsch, sich in anderen wiederzuerkennen. Manchmal vielleicht ein bisschen zu schnell. Wir neigen dann dazu, Ähnlichkeiten zu betonen und Unterschiede auszublenden. Wir spüren: Da ist etwas. Aber was genau das ist, kann nur der andere Mensch für sich selbst beantworten.
Auch Projektionen spielen hier eine Rolle. Wenn wir jemanden sehen, der so wirkt wie wir – ruhig, angespannt, sensibel, analytisch –, interpretieren wir schnell hinein: „Der ist bestimmt auch so wie ich.“ Aber vielleicht ist dieser Mensch einfach schüchtern. Oder empathisch. Oder ganz anders, als wir vermuten.
Der Autdar darf deshalb niemals Ersatz für Offenheit, Dialog oder Selbstbestimmung sein. Sondern vielmehr ein Startpunkt: für echtes Interesse, für vorsichtiges Nachfragen, für das Zulassen von Nichtwissen.
Er kann ein Türöffner sein – aber nicht der Schlüssel zur Identität eines anderen Menschen. Diese darf nur der Mensch selbst in der Hand halten.
Denn auch wenn sich etwas „richtig“ anfühlt, ist es immer nur ein Puzzlestück – und nie das ganze Bild.
Beispielhafte Begegnungen – Alltag, Schule & Therapie
Es gibt Momente, die bleiben. Weil sie ein leises, aber tiefes „Ich sehe dich“ enthalten – selbst wenn niemand etwas gesagt hat.
Im Alltag spüre ich es oft bei scheinbar beiläufigen Begegnungen: an der Supermarktkasse, im Wartezimmer, bei einem Elternabend. Wenn jemand nicht wegsieht, aber auch nicht zu viel will. Wenn eine Pause im Gespräch nicht unangenehm ist. Wenn ein Mensch die gleichen kleinen Strategien benutzt wie ich – zum Beispiel den Blick auf ein Detail richten, um sich zu regulieren. Diese Signale sind nicht laut. Aber sie sprechen eine Sprache, die mein Nervensystem sofort versteht.
Auch in der Schule meiner Kinder hatte ich dieses Gefühl mehrfach. Nicht bei Lehrer:innen – sondern bei anderen Eltern oder stillen Kindern auf dem Schulhof. Ich erkannte das angestrengte Lächeln, den unterschwelligen Stress beim Smalltalk, die kleine Geste, mit der sich jemand selbst beruhigte. Es war wie ein Echo: Ich kenn das. Ich weiß, wie das ist.
In der Therapie – sei es bei Gruppen, Ergotherapie oder Elterngesprächen – war es oft schwieriger. Dort ist viel Fassade. Viele Rollen. Und leider auch viele neurotypische Fachpersonen, die ihre Sprache so gewählt haben, dass mein System sofort in den Rückzug ging. Aber manchmal, ganz selten, war da jemand, der sich traute, auch eigene Unsicherheiten zu zeigen. Der nicht nur zuhörte, sondern mitspürte. Diese Menschen sind selten – aber sie verändern alles.
Ich wünsche mir, dass wir lernen, diesen Momenten zu trauen. Sie zu erkennen, ohne zu überhöhen. Und ihnen Raum zu geben, auch wenn sie nicht ins Protokoll passen.
Was wir daraus lernen können
Wenn neurodivergente Menschen einander erkennen, ohne Worte – dann ist das kein Zufall. Es ist ein Signal. Eines, das uns sagen will: Verstehen beginnt nicht im Lehrbuch, sondern im Erleben.
Der sogenannte Autdar ist keine esoterische Erfindung. Er ist Ausdruck einer hochsensiblen, feinjustierten Wahrnehmung, wie sie bei vielen Autist:innen, ADHS-Betroffenen und Menschen mit sensorischer Besonderheit vorkommt. Es ist eine Fähigkeit – keine Schwäche. Und sie zeigt uns, was möglich ist, wenn man sich erlaubt, die Welt nicht nur kognitiv, sondern auch körperlich und intuitiv zu begreifen.
Daraus ergibt sich eine klare Forderung: Wir brauchen mehr neurodivergente Fachpersonen. In der Diagnostik. In der Therapie. In der Beratung. Nicht als Ausnahme – sondern als Bereicherung. Denn nur wer selbst durch bestimmte innere Räume gegangen ist, kann manchmal den Schlüssel zu anderen Türen halten. Nicht, weil er alles weiß – sondern weil er anders sieht.
Es wird Zeit, neurodivergente Menschen nicht nur als „Betroffene“ zu behandeln, sondern als Expert:innen ihrer Wahrnehmung ernst zu nehmen. Ihre Intuition ist nicht irrational. Ihr Gefühl ist nicht nebensächlich. Ihr Blick ist nicht getrübt – er ist geschärft durch Erfahrung.
Der Autdar zeigt uns das ganz deutlich:
Verbindung ist möglich – jenseits von Masken, Diagnosen und Formulierungen.
Und vielleicht liegt genau darin ein Teil der Zukunft: nicht im Ausschluss neurodivergenter Perspektiven, sondern in ihrer bewussten Einbindung.
Fazit: Der Autdar ist kein Mythos – er ist ein Ruf nach Verbindung
Nicht alle autistischen Menschen haben ihn. Nicht jeder spürt ihn gleich stark. Und nicht jedes Gefühl ist automatisch ein sicheres Zeichen. Aber: Es gibt ihn. Dieses leise, innere Wissen. Dieses Wiedererkennen ohne Worte.
Und vielleicht ist es genau das, was wir in der Diagnostik, in der Begleitung und im Alltag viel ernster nehmen sollten:
Das Wissen derer, die es am eigenen Leib erfahren haben.
Autistische Menschen sind nicht nur Objekte von Diagnosen.
Sie sind Beobachtende. Wahrnehmende.
Oft feinfühliger als jedes Screening-Tool.
Ich glaube daran, dass wir ein neues Verständnis von Autismus brauchen. Eines, das nicht nur fragt: „Welche Symptome sehen wir?“
Sondern auch: „Wer erkennt wen – und warum?“
Selbsttest: Hast du schon mal jemanden autistischen intuitiv erkannt?
-
Hattest du schon mal sofort das Gefühl: „Dieser Mensch ist wie ich“, ohne es erklären zu können?
-
Ist dir aufgefallen, dass du bestimmte Personen besonders schnell „lesen“ kannst – obwohl sie wenig sagen?
-
Fühlst du dich manchmal von Menschen besonders verstanden, ohne dass viel gesprochen wurde?
-
Hast du jemals gedacht: „Ich glaube, dieser Mensch ist neurodivergent“, ohne medizinische Hinweise?
Wenn du bei mehreren Punkten innerlich genickt hast: Willkommen im Club. Vielleicht hast auch du einen Autdar – oder ein sehr fein geschultes, neurodivergentes Gespür.
Teile deine Gedanken dazu in den Kommentaren oder verlinke diesen Artikel, wenn du denkst: „Genau so ging’s mir auch.“
Herzlich,
FliWi
#AutismusErkennen #Autdar #Neurodivergenz #AutisticIntuition #Camouflaging #AutismusDiagnostik #NeurodivergentCommunity #ADHSUndAutismus #PDAProfil #AuthentischLeben #SelbsttestAutismus #FliWiBlog #CharmUndChaos
Kommentar hinzufügen
Kommentare